
In den Ausläufern des Richelsdorfer Gebirges gelegen, ist der Tannenberg mit der gleichnamigen Burg zu finden.
Die Familie von Baumbach erhielt ihn im 14 Jhdt. vom Stift Hersfeld zu Lehen und errichtete die Burg auf einer älteren Befestigung, die verlassen war. Die strategisch wichtige Lage des Tannenberg, in alter Zeit im Grenzgebiet zwischen Franken und Sachsen, im 14. Jhdt. zwischen Hessen und Thüringen machte es sinnvoll, dort eine Burg zu bauen. Der Bau wurde von Anfang an vom Landgrafen von Hessen gefördert, der sich auch stets gewisse Rechte an der Burg erhielt.
Die Tannenburg ist eine „Lebendige Burg“, ein „begehbares Bilderbuch“ das die alte Zeit greifbar machen soll.
Dazu gehören neben den eingerichteten Räumen einer Burg des hohen Mittelalters, auch die z.T. noch im Bau befindlichen Werkstätten, wie Schmiede und Backhaus, Zimmerei und Imkerei, sowie der mittelalterliche Kräutergarten, Nutztierhaltung und das Badehaus. Die mittelalterliche Bewirtschaftung soll möglichst nachempfunden werden. So wurden die Werkstätten im Innenhof mit Holz aus dem kleinen Burgwald gebaut. Alte Handwerkstechniken kommen zum Einsatz und werden weiterentwickelt. All das wäre natürlich noch nicht lebendig ohne die Burgbesatzung: Der Vogt verwaltet die Burg, der Kaplan betreut die Rechnungsbücher, der Baumeister plant und verwirft, der Küchenmeyster und die Kellermeystrin kümmern sich um das leibliche Wohl unserer Gäste, Schmied, Zimmerer, Schreiner und Körber ergänzen sich mit ihren Gewerken beim Burgbau, die Kräutnerin pflegt den Garten, die Knechte und Mägde halten die Burg in Schuss, der Bogner unterweist in der Verteidigung der Mauern, und ohne unsere Oberste Küchenmagd Friederike Fettig ginge gar nichts! In den letzten 16 Jahren konnten wichtige Neuerungen und Erhaltungsmaßnahmen, zumeist kostensparend in Eigenarbeit durchgeführt werden.Dazu gehört u.a. Bau von Fenstern und Türen, Restauration der Eingangshalle und der kleinen Kemenate, sowie einzelner Objekte im Wohnturm, Neubau von Toilettenanlagen und Duschraum, Holz-Zentralheizung und Schornsteinen, Lagern und Küche, Pflasterung des Burghofs, Aufmauern der Nord-Westecke, Sanierung der Westmauer und des Torhauses, vor allem aber erhaltende und verbessernde Maßnahmen kreuz und quer durch die Burg. Leider zeigt sich die Burg als das, was sie aufgrund deutlicher Spuren, wohl auch im Mittelalter gewesen ist: eine ewige Baustelle.
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